Perspektiven für den Schutz der Buchenmischwälder in Ober- und Mittelkärnten
Wenn es um den langfristigen Schutz der Buchenwälder Österreichs geht, lohnt sich ein Blick in den Wienerwald. Der Biosphärenpark Wienerwald ist eines der eindrucksvollsten Beispiele dafür, wie großflächiger Waldnaturschutz, wissenschaftliche Forschung, nachhaltige Forstwirtschaft und die Nutzung einer Landschaft durch den Menschen miteinander verbunden werden können.
Der Wienerwald wurde 2005 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt und umfasst rund 105.500 Hektar. Mehr als 60 Prozent der Fläche sind bewaldet. Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist die vorherrschende Baumart und prägt weite Teile der Landschaft. Gleichzeitig ist der Wienerwald keineswegs ein einförmiger Buchenwald. Durch die außergewöhnliche Kombination aus unterschiedlichen geologischen Ausgangsgesteinen, Höhenlagen, Böden, klimatischen Einflüssen und jahrhundertelanger Nutzung haben sich hier rund 25 verschiedene Waldvegetationstypen entwickelt. Gerade diese Vielfalt macht den Wienerwald zu einem europäischen Biodiversitätsschwerpunkt.
Der Buchenwald als natürliche Waldgesellschaft Mitteleuropas
Die Rotbuche gehört zu den prägendsten Baumarten der natürlichen Waldvegetation Mitteleuropas. Nach dem Ende der letzten Eiszeit konnte sie sich von verschiedenen eiszeitlichen Rückzugsgebieten aus über weite Teile Europas ausbreiten. Ihre außergewöhnliche Konkurrenzkraft beruht unter anderem auf ihrer hohen Schattentoleranz. Unter natürlichen Bedingungen kann die Buche deshalb auf vielen geeigneten Standorten langfristig andere Baumarten dominieren.
Die UNESCO bezeichnet die europäischen Buchenwälder als eines der charakteristischen Elemente des gemäßigten Laubwald-Bioms. Die Ausbreitung der Buche über Europa ist gleichzeitig ein außergewöhnliches Beispiel für die natürliche Entwicklung und Anpassungsfähigkeit einer Baumart seit der letzten Eiszeit.
„Der Buchenwald“ ist allerdings kein einheitlicher Waldtyp. Je nach Untergrund, Bodenreaktion, Nährstoffversorgung, Wasserhaushalt und Höhenlage entstehen unterschiedliche Waldgesellschaften. Auch in Österreich werden mehrere Buchenwald-Lebensraumtypen unterschieden. Dazu gehören beispielsweise der Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum, FFH 9110), der Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum, FFH 9130), der mitteleuropäische subalpine Buchenwald mit Ahorn (FFH 9140) und der mitteleuropäische Orchideen-Kalk-Buchenwald (FFH 9150).
Damit wird deutlich: Die Buche ist nicht einfach nur eine wirtschaftlich interessante Baumart. Auf vielen Standorten ist sie Bestandteil der potenziell natürlichen Waldvegetation und damit ein wesentliches Element des jeweiligen Ökosystems.
Warum ist gerade der Wienerwald so schutzwürdig ?
Die besondere Bedeutung des Wienerwaldes ergibt sich aus dem Zusammentreffen mehrerer Faktoren. Die Region liegt an der Schnittstelle unterschiedlicher klimatischer und biogeografischer Einflüsse. Gleichzeitig wechseln sich Kalk- und Dolomitstandorte mit anderen geologischen Ausgangsbedingungen ab. Unterschiedliche Höhenlagen und Böden führen zu einer außergewöhnlichen Vielfalt an Waldgesellschaften.
Diese Standortvielfalt ist einer der Gründe, warum im Wienerwald nicht einfach „ein Buchenwald“ geschützt wird, sondern ein ganzes Mosaik unterschiedlicher Waldökosysteme.
Neben den Buchenwäldern finden sich unter anderem Eichenwälder, wärmeliebende Waldgesellschaften und an den östlichen Randbereichen sogar bedeutende Bestände der Flaumeiche sowie submediterran geprägte Schwarzföhrenwälder.
Hinzu kommt die Größe und Geschlossenheit der Waldlandschaft. Gerade zusammenhängende Waldgebiete sind für den Naturschutz wesentlich wertvoller als isolierte kleine Waldinseln. Sie bieten Lebensraum für Arten mit großen Raumansprüchen, ermöglichen genetischen Austausch und erlauben natürliche Entwicklungsprozesse über größere Flächen.
Besonders wertvoll werden Buchenwälder mit zunehmendem Alter. Alte Bäume entwickeln Höhlen, Rindenstrukturen und Kronenbereiche, die von Vögeln, Fledermäusen, Insekten, Pilzen und Flechten genutzt werden. Mit dem natürlichen Absterben einzelner Bäume entstehen stehendes und liegendes Totholz sowie unterschiedliche Zerfallsstadien. Ein solcher Wald ist kein „aufgeräumter“ Wald – gerade seine alten, absterbenden und toten Bäume machen einen wesentlichen Teil seines ökologischen Wertes aus.
Die europäischen Schutzbemühungen für alte Buchenwälder beruhen deshalb ausdrücklich auf der Erhaltung natürlicher Waldentwicklungsprozesse. Das UNESCO-Welterbe „Alte und ursprüngliche Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ betont die Bedeutung ausreichend großer Waldflächen, natürlicher Prozesse, alter Bäume, ökologischer Vernetzung und langfristiger Beobachtung.

Der entscheidende Unterschied: Biosphärenpark ist nicht gleich Totalreservat
Gerade für Ober- und Mittelkärnten ist das Konzept des Wienerwaldes interessant, weil ein Biosphärenpark nicht verlangt, eine gesamte Landschaft aus der Nutzung zu nehmen. Im Gegenteil: Das UNESCO-Konzept basiert gerade auf dem Zusammenspiel von Schutz und nachhaltiger Nutzung.
Ein Biosphärenpark wird in Kernzonen, Pflegezonen und Entwicklungszonen gegliedert. In den Kernzonen steht der Prozessschutz im Mittelpunkt. Hier sollen natürliche Entwicklungen möglichst ungestört ablaufen. In den Pflegezonen sind dagegen ökologisch verträgliche Nutzungen möglich. Die Entwicklungszonen bilden schließlich den Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum der Bevölkerung.
Genau diese Abstufung macht das Modell für Kärnten interessant.
Denn nicht jeder Buchenwald braucht dieselbe Form des Schutzes. Ein jahrhundertealter, strukturreicher Buchenbestand mit hohem Totholzanteil, seltenen Waldgesellschaften oder besonders wertvollen Biotopbäumen sollte anders behandelt werden als ein junger Wirtschaftswald auf einem vergleichbaren Standort.

Ein Biosphärenreservat für das Obere Drautal, Gailtal und die Ossiacher Tauern ?
Genau hier könnte ein Biosphärenpark für Teile Ober- und Mittelkärntens ein außergewöhnlich interessantes Zukunftsmodell darstellen.
Das Obere Drautal, das Gailtal und die Ossiacher Tauern besitzen eine große Vielfalt an geologischen, klimatischen und höhenstufenbedingten Standortbedingungen. Dadurch treffen unterschiedliche Waldgesellschaften auf engem Raum zusammen. In geeigneten Lagen stellen Buchenwälder und Buchenmischwälder einen wesentlichen Bestandteil der natürlichen Waldvegetation dar. Gleichzeitig reichen die Waldgesellschaften von tieferen, wärmeren Standorten bis in montane und subalpine Bereiche, in denen andere Baumarten an Bedeutung gewinnen.
Gerade deshalb wäre ein pauschales „Aufforsten mit einer bestimmten Baumart“ ökologisch nicht sinnvoll. Entscheidend müsste vielmehr sein, welcher Wald auf dem jeweiligen Standort von Natur aus zu erwarten wäre.
Auf einem natürlichen Buchenwaldstandort sollte deshalb langfristig auch ein Wald entstehen dürfen, dessen Grundstruktur von der Buche bestimmt wird. Das bedeutet nicht, dass jeder Bestand ausschließlich aus Buchen bestehen muss. Ein naturnaher Buchenwald ist in der Regel ein Buchenmischwald, in dem je nach Standort weitere heimische Baumarten vorkommen können.
Entscheidend ist die standörtliche Eignung.
Eine Fichte kann in den dafür geeigneten montanen und hochmontanen Lagen eine natürliche und ökologisch wichtige Baumart sein. Auf einem tiefen, wärmeren Buchenwaldstandort ist eine künstlich begründete Fichtenreinbestandsstruktur dagegen etwas völlig anderes als der natürliche Wald. Gleiches gilt für andere Baumarten: Ahorn oder Birke sind keineswegs grundsätzlich „falsche“ Bäume – sie können in bestimmten natürlichen Waldgesellschaften durchaus ihren Platz haben. Problematisch wird es dort, wo die natürliche Waldgesellschaft durch eine einseitige, forstlich gewünschte Baumartenwahl ersetzt wird.
Das Ziel sollte daher nicht lauten, möglichst viele Bäume einer bestimmten Art zu pflanzen. Das Ziel sollte lauten, standortgerechte, strukturreiche und langfristig stabile Wälder zu erhalten und zu entwickeln.
Naturnaher Buchenmischwald statt künstlicher Vereinheitlichung
Für die Buchenwaldstandorte in Ober- und Mittelkärnten sollte deshalb der Buchenmischwald die ökologische Referenz bilden.
Das bedeutet: Die natürliche Baumartenzusammensetzung des jeweiligen Standortes muss zuerst festgestellt werden. Wo die Buche natürlicherweise die dominierende Baumart wäre, sollte sie auch in der forstlichen Planung die zentrale Rolle spielen. Andere Baumarten können beigemischt sein, sofern sie standortgerecht sind und der natürlichen Waldgesellschaft entsprechen.
Eine künstliche Vereinheitlichung – etwa durch die Begründung von Fichtenreinbeständen auf natürlichen Buchenwaldstandorten – verändert dagegen nicht nur die Baumartenzusammensetzung. Sie verändert auch Lichtverhältnisse, Bodenentwicklung, Humusform, Mikroklima, Krautschicht und die Lebensgemeinschaft des Waldes. Aus einem Buchenwald wird dadurch langfristig ein anderes Ökosystem.
Ähnliches gilt für Pflanzungen von Baumarten, die zwar in Kärnten vorkommen können, aber auf dem konkreten Standort nicht Bestandteil der natürlichen Waldgesellschaft sind. Auch Ahorn oder Birke sollten daher nicht automatisch als ökologische Bereicherung betrachtet werden, nur weil es sich um heimische Baumarten handelt.

Entscheidend ist immer der konkrete Standort und die dort natürliche Waldgesellschaft.
Besonders kritisch sind zudem nicht standortgerechte fremdländische Baumarten. Eine als „Eiche“ bezeichnete Baumart ist nicht automatisch Bestandteil eines mitteleuropäischen Eichenwaldes. Fremdländische Arten wie die häufig als Kanadische Eiche bezeichnete Rot-Eiche (Quercus rubra) gehören beispielsweise nicht zur natürlichen mitteleuropäischen Waldvegetation und sollten in einem Schutzkonzept für natürliche Buchenwaldgesellschaften nicht mit heimischen, standortgerechten Eichenarten gleichgesetzt werden.
Schutz beginnt mit der richtigen Bestimmung des Standortes
Genau an diesem Punkt wird die Zusammenarbeit zwischen Waldökologie und Forstwirtschaft entscheidend.
Ein Waldökologe betrachtet den Wald als Ökosystem. Ein Vegetationskundler untersucht die Pflanzengesellschaft, ihre Artenzusammensetzung und ihre standörtlichen Zusammenhänge. Ein Forstwirt wiederum muss den Wald langfristig bewirtschaften, Bestände beurteilen und die wirtschaftliche Nutzung organisieren.
Diese Perspektiven dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Im Gegenteil: Sie müssen zusammengeführt werden.
Bevor ein besonders wertvoller Buchenbestand genutzt oder umgebaut wird, sollte daher möglichst klar sein, welcher Waldgesellschaft er angehört, welche naturschutzfachliche Bedeutung er besitzt und ob er möglicherweise einen seltenen oder besonders ursprünglichen Bestand repräsentiert.
Ein Wald, der auf einer Forstkarte lediglich als „Laubholzbestand“ erscheint, kann aus vegetationskundlicher Sicht ein äußerst wertvoller Buchenwald-Lebensraum sein. Umgekehrt kann eine forstlich interessante Fläche aus ökologischer Sicht weniger sensibel sein und deshalb weiterhin nachhaltig bewirtschaftet werden.
Genau hier könnte ein Biosphärenpark seine große Stärke entwickeln.
Kernzonen für die wertvollsten Buchenwälder
In den wertvollsten Buchenbeständen könnten dauerhaft gesicherte Kernzonen eingerichtet werden. Dort sollte die natürliche Waldentwicklung Vorrang vor der Holznutzung haben. Alte Bäume könnten ihr natürliches Alter erreichen, Totholz im Bestand verbleiben und die verschiedenen Entwicklungsphasen eines natürlichen Waldes wieder sichtbar werden.
Solche Kernzonen müssten nicht überall großflächig sein. Entscheidend wäre vielmehr eine strategische Auswahl: besonders alte Buchenwälder, naturnahe Waldgesellschaften, seltene Vegetationstypen, strukturreiche Bestände, Schlucht- und Hangwälder sowie ökologisch wichtige Verbindungskorridore könnten gezielt gesichert werden.
In der Umgebung dieser Kernbereiche könnten Pflegezonen liegen, in denen eine naturnahe und standortgerechte Forstwirtschaft betrieben wird.
Damit entstünde ein abgestuftes System:
Schützen, wo Schutz notwendig ist.
Naturnah bewirtschaften, wo Nutzung möglich ist.
Entwickeln, wo die Waldstruktur wieder verbessert werden muss.
Das entspricht dem Grundgedanken des UNESCO-Biosphärenpark-Konzeptes. Kernzonen dienen dem klassischen Natur- und Prozessschutz, während in den Pflegezonen nachhaltige Nutzungsformen möglich bleiben.
Der Wienerwald als Beispiel – nicht als Schablone
Natürlich lässt sich der Wienerwald nicht eins zu eins nach Kärnten übertragen. Die geologischen, klimatischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen sind unterschiedlich.
Aber das Prinzip lässt sich übertragen.
Der Wienerwald zeigt, dass großflächiger Waldschutz nicht zwingend mit einem vollständigen Nutzungsverbot für eine ganze Region verbunden sein muss. Stattdessen können besonders wertvolle Bereiche streng geschützt und gleichzeitig größere Landschaftsräume nachhaltig bewirtschaftet werden.
Genau diese Kombination könnte für Ober- und Mittelkärnten von großer Bedeutung sein.
Ein möglicher Biosphärenpark im Bereich von Oberem Drautal, Gailtal und Ossiacher Tauern könnte die natürlichen Buchenwaldgesellschaften der Region systematisch erfassen, besonders wertvolle Bestände dauerhaft sichern und gleichzeitig eine moderne, naturnahe Forstwirtschaft fördern.
Dabei wäre die wissenschaftliche Kartierung der Waldgesellschaften ein wesentlicher erster Schritt. Nur wenn bekannt ist, wo tatsächlich natürliche Buchenwaldstandorte liegen, kann auch entschieden werden, welche Bestände besonderen Schutz benötigen und wo eine Umwandlung von Fichten- oder anderen naturfernen Beständen hin zu einem naturnäheren Buchenmischwald sinnvoll wäre.

Ein Schutzkonzept für die Zukunft
Ein solches Biosphärenpark-Modell könnte damit weit mehr sein als ein weiteres Schutzgebiet. Es könnte zu einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt für Waldökologie, Naturschutz und Forstwirtschaft werden.
Waldökologen und Vegetationskundler könnten die natürlichen Waldgesellschaften erfassen und besonders schützenswerte Bestände ausweisen. Forstwirte könnten auf dieser Grundlage Bewirtschaftungskonzepte entwickeln, die sich stärker an den natürlichen Standortbedingungen orientieren. Gemeinden und Grundeigentümer könnten in die Planung eingebunden werden. Wissenschaftliche Dauerbeobachtungsflächen könnten zeigen, wie sich Buchenwälder unter den Bedingungen des Klimawandels entwickeln.
So würde aus Naturschutz keine reine Stilllegungspolitik, sondern ein wissenschaftlich begleitetes Waldmanagement.
Das langfristige Ziel sollte dabei nicht sein, überall möglichst viele Bäume zu pflanzen. Es sollte sein, die richtigen Bäume am richtigen Standort wachsen zu lassen und dort, wo die natürliche Waldentwicklung noch vorhanden ist, diese nicht unnötig zu ersetzen.
Gerade alte und naturnahe Buchenwälder können dabei als Referenzflächen dienen. Sie zeigen, welche Baumarten, Strukturen und Entwicklungsprozesse unter den jeweiligen Standortbedingungen natürlich möglich sind.
Vom Schutz einzelner Bäume zum Schutz ganzer Waldlandschaften
Der vielleicht wichtigste Gedanke des Biosphärenpark-Konzeptes besteht deshalb darin, den Wald nicht nur als Summe einzelner Bäume zu betrachten.
Ein alter Buchenbestand ist mehr als eine Ansammlung alter Bäume. Er ist ein komplexes Ökosystem aus Boden, Pilzen, Mikroorganismen, Krautschicht, Sträuchern, Baumarten verschiedener Altersklassen, Totholz und einer Vielzahl daran gebundener Tierarten.
Wer Buchenwälder schützen möchte, muss deshalb auch ihre ökologischen Prozesse und ihre räumliche Vernetzung schützen.
Der Wienerwald zeigt, dass dies auch in einer intensiv genutzten Landschaft möglich ist. Seine Anerkennung als UNESCO-Biosphärenpark beruht gerade auf dem Zusammenspiel von Biodiversitätsschutz, nachhaltiger Entwicklung, Forschung, Monitoring und regionaler Zusammenarbeit.
Für Ober- und Mittelkärnten könnte daraus eine große Chance entstehen.
Das Obere Drautal, das Gailtal und die Ossiacher Tauern verfügen über wertvolle Waldlandschaften, deren ökologische Bedeutung noch stärker in den Mittelpunkt gerückt werden könnte.
Ein Biosphärenreservat würde dafür einen Rahmen schaffen, in dem besonders wertvolle Buchenwälder konsequent geschützt, andere Wälder naturnah bewirtschaftet und ehemals naturferne Bestände schrittweise wieder an ihre natürlichen Waldgesellschaften angenähert werden könnten.
Jeder Wald sollte standortgerecht, ökologisch durchdacht und mit Blick auf seine langfristige Entwicklung behandelt werden.
Der Wienerwald liefert dafür ein erfolgreiches österreichisches Beispiel. Für Ober- und Mittelkärnten könnte ein vergleichbares Konzept zu einem Modell für eine neue Generation des Waldschutzes werden: wissenschaftlich fundiert, forstwirtschaftlich realistisch und konsequent am natürlichen Waldökosystem orientiert.

Quellen und fachliche Grundlagen
- UNESCO – Man and the Biosphere Programme: Wienerwald Biosphere Reserve. Angaben zu Größe, Waldanteil, Biodiversität, Buchen-Dominanz und Waldgesellschaften.
- Österreichische UNESCO-Kommission – UNESCO-Biosphärenparks. Grundlagen des Biosphärenpark-Konzeptes sowie Definition und Aufgaben von Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen.
- Österreichische UNESCO-Kommission – Biosphärenparks in Österreich. Informationen zum Biosphärenpark Wienerwald und zu den österreichischen Biosphärenparks.
- Umweltbundesamt Österreich – Handbuch der FFH-Lebensraumtypen Österreichs. Grundlagen und Beschreibung der Buchenwald-Lebensraumtypen 9110, 9130, 9140 und 9150.
- UNESCO World Heritage Centre – Ancient and Primeval Beech Forests of the Carpathians and Other Regions of Europe. Bedeutung alter und ursprünglicher Buchenwälder, natürliche Waldentwicklung, Vernetzung und langfristiger Schutz.
Umweltbundesamt Österreich – Schutzgebietsnetz Natura 2000. Grundlagen des europäischen Schutzgebietsnetzes und der FFH-Richtlinie.
